Pilgerfahrt Monika Raab

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Kategorie: Erfahrungsberichte
Erstellt am Mittwoch, 19. November 2008 15:05
Veröffentlichungsdatum
Geschrieben von Markus RAAB
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Eine Pilgerfahrt
Teil 1, Erfahrungsbericht Monika Raab - aus Sicht des Vaters:

Im Alter von 8 Monaten (1995) wurden wir bei der Mutter - Kindpass - Untersuchung (MUKI) auf eine mögliche Hörstörung aufmerksam. Da Monika unser erstes Kind war, waren wir anfänglich über diese Art von Behinderung schockiert, es waren keine Fälle innerhalb der Familie bekannt.

Im AKH - Wien wurde ein BERA - Test 2) gemacht und der Verdacht auf an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit wurde geäußert. Es wurden beidseitig Hörgeräte (PHONAK PICO - Forte PP C- L P-2) verordnet, anfänglich wurden die Otoplastiken durch den Akustiker schlecht gemacht. Zusätzlich gab es immer wieder Probleme mit dem Mittelohr. Die ersten spielaudiometrischen Befunde zeigten eine Aufblähkurve zwischen 70dB und 80dB, im Hochtonbereich eher absinkend. Eine optimale Versorgung erfolgte erst 1997, dies setzte jedoch eine „Pilgerfahrt“ nach Linz zu Bagus & Kampmann voraus.

Ab nun erhielt unsere Tochter das Hörgerät Otikon Personic 425 und anschließend Phonak Eprom E4, die Aufblähkurve verbesserte sich auf 50 und 60 dB, wiederum im Hochtonbereich (Frequenz ab 2000HZ) wieder absinkend. Die Kommunikation mit unserer Tochter war eine Mischung aus Sprache, Lippenlesen und Körpersprache mitunter in Verbindung mit natürlicher Gestik. Für fremde Personen war die Aussprache unserer Tochter teilweise unverständlich, wir standen vor der schweren Entscheidung: Hörgeräte mit begleitender Gebärdensprache oder eine OP eines Cochlear Implantates (CI). Die Entscheidung fiel auf ein CI der Firma Med El. Am 17.11.1998 wurde Monika in Wien operiert, anfänglich erfolgten die Fittings im AKH- Wien, Univ. Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, die Einstellung brachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg.

Erst durch die Einstellung über den Stapediusreflex auf der Abteilung für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen (HSS), Klinik- Innsbruck, erfolgte eine optimale Auslastung des Tempo40+ - Gerätes (Med El). Auf der anderen Seite trug meine Tochter ein Hörgerät Oticon SUMO. Am 08.03.1999 kamen die Zwillinge auf die Welt, Monika hatte ab sofort 2 Schwestern und stand daher nicht mehr im Mittelpunkt. Durch eine unqualifizierte Aussage der damaligen Logopädin Frau 1) (AKH-Wien) wurde anfänglich eine Schwerhörigkeit bei den Zwillingen angenommen. Später jedoch war der BERA - Test 2) im LKH Wr.Neustadt unauffällig.

Der Schock: 15.12.1999, Monikas Mutter verstarb - die ständige Betreuungsperson und ihre geliebte Mutter war nicht mehr vorhanden. Monika war gerade 4 Jahre und verstand die Welt nicht mehr. Durch den Besuch des Kindergartens, eine Kleingruppe von 8 Kindern, am Bundesinstitut für Gehörlosenbildung (BIG) erhielt sie ein fast „normales“ Familienleben. Frau Mag. Denk vom BIG bemühte sich sehr um sie. Ich möchte mich hier nochmalig bedanken, meine Tochter erhielt im BIG zusätzlich eine Sprachheilförderung sowie eine logopädische Betreuung in Wr. Neustadt. Ihr Wortschatz sowie ihre Aussprache wurden von Tag zu Tag besser, zusätzliche erlernte sie die Gebärdensprache, um mit anderen gehörlosen Schülern am BIG Kontakt aufzunehmen...................

Teil 2 in der nächsten Ausgabe CI-Aktuell oder auf der Homepage www.allesprechenmit.net unter Erfahrungsberichte!

Österreich im Jahre 2008

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1) Name der Redaktion bekannt

2) BERA - TEST: Es wird die Zeit gemessen, die ein akustisches Signal benötigt, um vom Innenohr in den Hirnstamm zu gelangen. Hierfür werden spezielle elektrische Hirnaktivitäten im Hirnstromkurvenbild (Elektroencephalogramm = ENG) ausgewertet.