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06.09.2010
 
 
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Erfahrungsberichte
Geschrieben von Rafael KOCSIS   
07.07.2004
Beitragsinhalt
Rafael KOCSIS
Seite 2

27.September 1998:
Ganz nach Plan und komplikationslos komme ich zur Welt, ich: Rafael Kocsis. Meine Eltern und meine beiden großen Brüder freuen sich sehr über ein gesundes Baby............................

 

 

 Das bin ich


27. September 1998:

Ganz nach Plan und komplikationslos komme ich zur Welt, ich: Rafael Kocsis. Meine Eltern und meine beiden großen Brüder freuen sich sehr über ein gesundes Baby.

Gleich nach der Geburt stellt sich jedoch bei einem routinemäßigen Neugeborenen-Hörscreening heraus, dass mit meinem Gehör etwas nicht stimmen kann. Mehrere Versuche, die AOE's zu messen enden negativ. Nach der endgültigen Diagnose, die im Anschluss an eine BERA erstellt wird, stürzt eine Welt für meine gesamte Familie zusammen. Ich konnte nicht hören! Später einmal, wenn ich erwachsen bin, werden mir meine Eltern erklären können, wie sie mit der Tatsache umgehen lernten, ein hochgradig schwerhöriges Kind zu haben, das - wie sich später herausstellte - an einer Connexin 26 Fehlstellung (also einem Erb-Gendefekt) litt.  

Nicht einmal sechs Monate alt, trage ich beidseits bereits Hörgeräte, sehr gerne und immer. Ich lerne mich schön langsam an eine „hörende Welt, voller Lärm" zu gewöhnen. Auf Sprache reagiere ich zunächst nicht. Bereits in dieser frühen Zeit beginnt für mich der Ernst des Lebens, ich muss nicht nur das lernen, was „normale" Babies lernen, sondern ich muss auch hören und sprechen lernen. Etwas, dass andere Kinder ganz von selbst aufschnappen, bedeutet für mich harte Arbeit, Therapie und Training. Ein ganz entscheidender Schritt in meiner Hör- und Sprachentwicklung war die Unterstützung durch eine mobile Frühfördnerin, die ich sofort ins Herz geschlossen hatte und die Frühförderung am Bundesinstitut für Gehörlosenbildung in Wien. Dabei haben meine Eltern viel Unterstützung und Hilfe bekommen, wie sie mit mir umgehen sollten, damit ich bestmöglich gefördert werden würde. 

Ab meinem 3. Lebensjahr besuchte ich für insgesamt drei Jahre den Sonderkindergarten des Bundesinstitutes für Gehörlosenbildung in Wien. Das war für mich und meine Familie eine ziemliche Anstrengung. Denn wir wohnen im Burgenland und mussten ziemliche lange Anfahrtszeiten dafür in Kauf nehmen. Im Kindergarten besuche ich eine Gruppe mit CI-Kindern, hier lernte ich zum ersten Kinder kennen, die in CI tragen. Ich habe im Kindergarten sehr große Fortschritte gemacht. Aber schön langsam kam der Wunsch auf, auch so ein „Wunderding" zu bekommen, denn die CI-versorgten Kinder konnten sehr viel deutlicher sprechen als ich und auch sehr viel genauer hören als ich.


Letzte Aktualisierung ( 07.04.2006 )
 
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